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Dort waren vier Menschen, alles Engelshelfer, sie gaben uns Futter und Wasser. Ich kannte sie alle nicht. Nur den Mann, der mich von meiner Kette löste. Mein norddeutscher Engel fragte, ob man mich ohne weiteres anfassen könne. Ihr wurde erzählt, ich solle lieber einen Maulkorb tragen, schließlich duldete ich vorher niemanden in meinem Kreis. Der Mann nahm mich behutsam auf den Arm und setzte mich in den neuen Kleintransporter. Er streichelte mir noch einmal über den Kopf und sagte: Du brauchst keine Angst mehr zu haben, Du bist gerettet. Ich hatte so große Angst. Ich konnte meine Rute aber gar nicht weiter einklemmen.
Ich sah aus wie ein geprügelter Hund. Mein ganzes Rückrad war rund und eingeklemmt. Niemand sollte mitbekommen daß ich wahnsinnige Angst hatte. Die Welpen fuhren auch mit mir. Hier in dem Transporter roch es gut. Es roch nach einem Pheromon, welches ich noch als Welpe kannte. Meine Mutter roch auch so. Das beruhigte mich, es schien hier alles in Ordnung zu sein. Hier war es wieder so. Es wurde laut und alles bewegte sich. Es dauerte ca. zwei Stunden. Ich hatte mich in die letzte Ecke gezwängt und tat so, als sei ich einfach nicht da.
Dann wackelte nichts mehr und es war still. Meine Engel machten Autoklappe auf und hoben mich heraus. Ich ging das erste mal ein Stück spazieren. Alles roch hier so interessant und ich ging hin und her und war total aufgeregt. Es ist so spannend. Es scheint so, als gäbe es noch viel mehr Hunde auf dieser Welt. Es muß noch mehr geben als die eine, die ich von unserem Hof kenne. Hier, ich rieche sie doch. Die beiden Welpen gehen mit spazieren. Es ist ein heilloses durcheinander von Leinen und Füßen und - ach ich weiß nicht was.
Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben. Alles ist auf einmal anders und so spannend. Ich bin so erschöpft von den ganzen Eindrücken. Meine Engel heben mich wieder in das Auto. Ich habe dort einen separaten Raum mit einem Gitter. Eine schöne warme weiche Decke. Sie riecht noch noch weiteren Hunden und nach diesem Pheromon, der Stoff, der so glücklich macht. Ich bekomme noch Wasser und Futter und Würstchen. Ich liebe Würstchen aber vor lauter Aufregung und Angst bekomme ich jetzt keinen Bissen runter.
Meine Engel verabschieden sich und heißen mich herzlich willkommen in Deutschland und wünschen mir eine gute Nacht. Die Welpen bleiben in Ihrer überdimensional großen Transprotbox und werden in die warme Tischlerei gebracht. Diese ist beheizt. Dort schlafen sie. Mir machen die Temperaturen hier im Auto nichts aus. Für meine Verhältnisse ist es hier schön war und vor allem trocken. Ich bin noch eine ganze Weile wach. Es ist stock dunkel und ruhig. Das Futter riecht so gut. Ich habe Hunger und nun kann ich auch nicht mehr widerstehen. Es schmeckt so lecker. Satt und erschöpft schlafe ich ein. Ich schlafe sehr unruhig. Es dämmert nun und ich werde wieder wach. Da ist doch was, ja ich höre Schritte. Mal sehen was da los ist. Ich schaue durch das Fenster und sehe wieder diesen netten Engel. Die Klappe geht auf. Man ist das hoch hier. Wie komme ich denn nur hier raus? Sie nimmt mich wieder auf den Arm. Vor Angst schnaufe ich. Ich war so lange nicht mehr bei jemandem auf dem Arm. Sie geht mit mir spazieren. Ich bleibe dabei . Es muß noch viele andere Hunde geben. Wir gehen ein ganzes Stück. Ich versuche immer wieder vorzulaufen und ziehe und ziehe in der Hoffnung das ich noch viel mehr erkunden kann. Aber das klappt nicht. Ich hechle vor Aufregung und nach einer halben Stunden gehen wir zurück zum Auto. Sie hebt mich wieder hinein und gibt mir noch etwas zu essen. Es riecht wirklich verlockend - aber ich kann nichts essen. Der Hals ist wie zugeschnürt. Die Welpen werden wieder mit der Box in den Transporter gesetzt. Nun wird es wieder laut und alles wackelt. Ich habe Angst und mache mich wieder ganz klein.
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