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Ich habe nun einen Namen und eine richtige Familie. Ich heisse Paul.
Ich wurde vor ca. 5 Jahren geboren, genau weiß ich das nicht. An meine Eltern kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber den Dackel in mir kann ich nicht leugnen.
Als ich klein war, haben Kinder mit mir gespielt. Sie hatten gefallen an mir. Als ich größer wurde und selbständiger haben mich Menschen auf dem Hof in Ungarn angekettet. Meine Aufgabe war es Haus und Hof zu bewachen. Ich hatte keinen Schutzraum und bekam auch nur ab und zu Wasser und Futter. Ich habe mein Los einige Jahre ertragen und dachte, daß es normal ist - so ein Hundeleben. In meinem Kreis, den ich mit der Kette ablaufen konnte, habe ich aber niemanden geduldet. Ich habe Katzen gehaßt und wollte auch so Niemanden an mich heranlassen. Eine angekettete Hündin befand sich auch auf unserem Hof.

 

Die mochte ich gern. Sie bekam auch Welpen von mir.
Meine Menschen haben die Welpen aber nicht gewollt und erschlagen. Vor ca. 4 Jahren änderte sich dann meine Situation.
Gott hatte Erbarmen und sandte mir einen Engel. Einen Tierschutzengel. Von da an kam eine Frau und brachte mir regelmäßig zu Essen und zu trinken.

Sie schenkte mir eine Hütte. Dort hatte ich Zuflucht. Im Sommer etwas Schatten und im Herbst wurde ich nicht ganz so nass. Als ich sie noch nicht kannte, wollte ich sie aber auch nicht näher kennenlernen, anfassen durfte sie mich auch nicht. Nach zwei Tagen kam sie aber immer noch. Sie war lieb zu mir und sprach mit mir und es gab immer etwas zu Essen.
Als der Winter kam war es sehr kalt. Ich fror. Sie brachte mir zwei mal täglich warme Suppe, damit ich von innen warm wurde. Sie war ein wirklicher Engel. Ich mochte sie wirklich gern und ich ließ mich von ihr streicheln. Ich erinnerte mich an das Gefühl, denn die Kinder haben mich früher auch gestreichelt. Die Hündin auf unserem Hof wurde nun von meinem Engel weggebracht und kastriert. So nennen sie das. Ich fand sie nun nicht mehr ganz so attraktiv. Nach dem das passiert war, durfte sie nun frei herumlaufen. Ich durfte das nicht.

Ich blieb in meiner kleinen Welt und jeder Tag war gleich. Das Jahr 2005 sollte mir dann noch viele weitere Engel schicken. Von dem habe ich lange nichts bemerkt. Hinter meinem Rücken spannen ein paar weitere Engel mit goldener Wolle ein paar Fäden. Im August 05 wurde daraus der erste kleine Knoten und im Oktober 05 war daraus ein Netz geworden. Mein Engel in Ungarn veranlaßte, daß meine Geschichte in die Welt getragen wurde. Sie mochte mich so sehr und hätte mich gern aufgenommen aber ich haßte die vielen Katzen, für die sie auch ein Engel war. Meine Geschichte und mein Bild wurde im ZERG Portal veröffentlich. 327 Seitenaufrufe hatte ich dort.

Aber so richtig hat sich Niemand für meine Geschichte interessiert. Doch hoch im Norden, weit weg gab es noch einen Engel. Der schrieb mir Post und die besten Wünsche auf meine Annonce, so dass mein Gesuch immer wieder auf die Startseite kam. Ein anderer Engel aus Österreich meldete sich dann bei dem nördlichen Engel und sie hatte über Email Kontakt. Der nördliche Engel hatte nun beschlossen, mich aus Ungarn zu holen. Ich sollte keinen weiteren Winter frieren. Der stand schließlich schon fast vor der Tür. Der Engel aus dem Norden machte sie mit einem Kleintransporter auf den Weg in den Bayerischen Wald.

Sie hatte vorher noch mit dem Engel aus Ungarn telefoniert und sie hatte zwei weitere kleine Welpen die den Weg aus unserem Land mit mir antreten sollten. Ich war bereits geimpft und gechipt. Einen Koffer brauchte ich nicht packen. Erstens hatte ich nichts hier, was ich hätte mitnehmen wollen und zweitens wußte ich nicht, daß ich verreisen werde. Ich wußte ja nicht mal, daß es eine andere Welt da draußen gibt.

 

 

 

 

Am 2. Oktober 05 kam ein Engelshelfer auf mich zu, ich kannte ihn nicht. Er zeigte keinerlei Angst vor mir. Ging auf mich zu, machte mir mein Halsband noch etwas enger und löste meine Kette und machte mich an eine kurze Leine und ging mit mir zu einem Kleintransporter.

Ich freute mich sehr, es war ein netter Mann er streichelte mich und sprach mit mir. Seine Sprache kam mir bekannt vor. Es war die Sprache, die ich von meinem Engel bereits kannte. .

 

 

Mein Engel war auch dabei, sie streichelte mich und wünschte mir alles Gute.

 

 

 

 

Ich hatte keine Angst, denn von ihr hatte ich nur gutes erfahren und wenn sie mir nun einen Mann schickte, der kann dann auch nur gut für mich sein. Die anderen Männer in Ungarn mochte ich nicht. Einer schlug mich mit einem langen Stock. Alles was noch heute danach aussieht mag ich nicht und jagt mir heute noch Angst ein.

Der Engelshelfer brachte mich in eine kleine Transportbox. Hier war es angenehm. Ich hatte eine kleine weiche Decke. Ich war hier nicht allein. Es waren noch andere Hunde dort. Ein großer Schäferhund, dem ging es sehr schlecht. Er hatte noch weniger zu essen bekommen als ich. Er war fast verhungert. Durch Reude hatte er sein schönes Fell verloren. Er war so schwach und zitterte am ganzen Körper. Er war bestimmt einmal ein bildhübscher langhaariger Schäferhund. Nun stand er dort, wog nur noch 15 Kilo und war ein Schatten seiner selbst. Neben mir waren zwei kleine Vizla Welpen. Sie waren Geschwister und spielten miteinander. Sie waren bildschön und hatten ihr ganzes Leben noch vor sich. Auch ihre Eltern waren Kettenhunde und hatten ein langweiliges tristes Leben. Mein Engel hatte auch veranlaßt, daß ihnen so ein Leben erspart blieb

Liese und Lotte

Kurz danach wurde es laut und alles wackelte und bewegte sich. Ich wußte nicht wo ich war und was hier überhaupt vor sich ging. Dieser Zustand dauerte lange - sehr lange!

Die Fahrt ging von Ungarn über die Grenze nach Österreich über Linz und Wien und dann nach Deutschland. Es waren Stunden vergangen. Nach ca. 10 Stunden, es war schon Nacht geworden, öffnete sich wieder die Tür und wir durften alle raus. Meine Blase war voll - man war das eine Erleichterung. PUHHH!

Dort waren vier Menschen, alles Engelshelfer, sie gaben uns Futter und Wasser. Ich kannte sie alle nicht. Nur den Mann, der mich von meiner Kette löste. Mein norddeutscher Engel fragte, ob man mich ohne weiteres anfassen könne. Ihr wurde erzählt, ich solle lieber einen Maulkorb tragen, schließlich duldete ich vorher niemanden in meinem Kreis. Der Mann nahm mich behutsam auf den Arm und setzte mich in den neuen Kleintransporter. Er streichelte mir noch einmal über den Kopf und sagte: Du brauchst keine Angst mehr zu haben, Du bist gerettet. Ich hatte so große Angst. Ich konnte meine Rute aber gar nicht weiter einklemmen.

Ich sah aus wie ein geprügelter Hund. Mein ganzes Rückrad war rund und eingeklemmt. Niemand sollte mitbekommen daß ich wahnsinnige Angst hatte. Die Welpen fuhren auch mit mir. Hier in dem Transporter roch es gut. Es roch nach einem Pheromon, welches ich noch als Welpe kannte. Meine Mutter roch auch so. Das beruhigte mich, es schien hier alles in Ordnung zu sein. Hier war es wieder so. Es wurde laut und alles bewegte sich. Es dauerte ca. zwei Stunden. Ich hatte mich in die letzte Ecke gezwängt und tat so, als sei ich einfach nicht da.

Dann wackelte nichts mehr und es war still. Meine Engel machten Autoklappe auf und hoben mich heraus. Ich ging das erste mal ein Stück spazieren. Alles roch hier so interessant und ich ging hin und her und war total aufgeregt. Es ist so spannend. Es scheint so, als gäbe es noch viel mehr Hunde auf dieser Welt. Es muß noch mehr geben als die eine, die ich von unserem Hof kenne. Hier, ich rieche sie doch. Die beiden Welpen gehen mit spazieren. Es ist ein heilloses durcheinander von Leinen und Füßen und - ach ich weiß nicht was.

Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben. Alles ist auf einmal anders und so spannend. Ich bin so erschöpft von den ganzen Eindrücken. Meine Engel heben mich wieder in das Auto. Ich habe dort einen separaten Raum mit einem Gitter. Eine schöne warme weiche Decke. Sie riecht noch noch weiteren Hunden und nach diesem Pheromon, der Stoff, der so glücklich macht. Ich bekomme noch Wasser und Futter und Würstchen. Ich liebe Würstchen aber vor lauter Aufregung und Angst bekomme ich jetzt keinen Bissen runter.

Meine Engel verabschieden sich und heißen mich herzlich willkommen in Deutschland und wünschen mir eine gute Nacht. Die Welpen bleiben in Ihrer überdimensional großen Transprotbox und werden in die warme Tischlerei gebracht. Diese ist beheizt. Dort schlafen sie. Mir machen die Temperaturen hier im Auto nichts aus. Für meine Verhältnisse ist es hier schön war und vor allem trocken. Ich bin noch eine ganze Weile wach. Es ist stock dunkel und ruhig. Das Futter riecht so gut. Ich habe Hunger und nun kann ich auch nicht mehr widerstehen. Es schmeckt so lecker. Satt und erschöpft schlafe ich ein. Ich schlafe sehr unruhig. Es dämmert nun und ich werde wieder wach. Da ist doch was, ja ich höre Schritte. Mal sehen was da los ist. Ich schaue durch das Fenster und sehe wieder diesen netten Engel. Die Klappe geht auf. Man ist das hoch hier. Wie komme ich denn nur hier raus? Sie nimmt mich wieder auf den Arm. Vor Angst schnaufe ich. Ich war so lange nicht mehr bei jemandem auf dem Arm. Sie geht mit mir spazieren. Ich bleibe dabei . Es muß noch viele andere Hunde geben. Wir gehen ein ganzes Stück. Ich versuche immer wieder vorzulaufen und ziehe und ziehe in der Hoffnung das ich noch viel mehr erkunden kann. Aber das klappt nicht. Ich hechle vor Aufregung und nach einer halben Stunden gehen wir zurück zum Auto. Sie hebt mich wieder hinein und gibt mir noch etwas zu essen. Es riecht wirklich verlockend - aber ich kann nichts essen. Der Hals ist wie zugeschnürt. Die Welpen werden wieder mit der Box in den Transporter gesetzt. Nun wird es wieder laut und alles wackelt. Ich habe Angst und mache mich wieder ganz klein.

Pause!

Alle zwei Stunden wird es wieder leiser und sie heben mich wieder heraus. Wir gehen ein Stück spazieren. So langsam finde ich das normal. Wenn das Auto hält schaue ich aus dem Fenster und beobachte das Treiben auf den Rastplätzen. Wenn meine Engel wiederkommen freue ich mich.

Ein bißchen kenne ich sie ja schon. Es dauert Stunden. Wir sind jetzt kurz vor dem Elbtunnel. Elbtunnel? Noch nie gehört. Das Auto bewegt sich und riskiere doch mal einen Blick aus dem Fenster. Dort sind ganz viele Autos und Transporter. Wie interessant. Sie fahren hinter uns... und da, ja ich hab es doch gesagt.

Es muss noch viel mehr Hunde geben. Dort ist auch einer im Auto. Sie haben auch Menschen bei sich. Kinder sitzen auf der Rückbank und winken mir zu. Deren Hund sieht ganz gelangweilt aus. Der ist ganz ruhig. Wie kann der nur so ruhig sein? Das ist doch total aufregend. So eine Autofahrt. Ob sie den auch von einer Kette losgemacht haben? Ich würde mich ja gerne freundlich zu den Kindern zeigen und ihnen schwanzwedeln entgegen gehen. Sie sind so freundlich und lachen und winken. Aber meine Rute können sie ja leider nicht sehen.

Es dauert nun noch eine ganze Zeit und schaue in regelmäigen Abständen währen der Fahrt immer wieder aus dem Fenster.

Paul reist
Angekommen
Pauls Reise

Ich höre, wie die Welpen zusammen spielen. Sie hören sich sehr ausgelassen an. Der Transporter hält. Ich werde wieder aus meinem Kofferraum herausgehoben und wir gehen alle zusammen auf ein kleines Häuschen zu. Die Welpen spielen und tollen im Garten herum. Ich werde an einer Laufleine angebunden. Es ist sehr interessant hier. Vor mir steht ein ganz ganz großer Vogelkäfig und dort fliegen Vögel heraum. Die Welpen sind nun genauso aufgeregt wie ich.

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