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Fahrtbericht Ungarnfahrt 08.02.07 - 11.02.07

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So nun weiß ich gar nicht richtig womit ich anfangen soll. Elke Otte war schon ein paar Mal mit Perrera in Ungarn, dieses sollte jetzt die erste eigene Tour sein seit dem der Verein in Gründung ist und ich habe die Chance gleich genutzt um mit zu reisen. Alles war vorher schon sehr aufregend und spannend es wurde viel geplant und besprochen. Die Hunde waren wie immer ausgesucht und reserviert (mal wieder herzlichen Dank an Perrera und das Tierheim Cegléd) 21 Hunde sollten uns auf unserer Rücktour begleiten, einige waren schon fest vermittelt und die anderen wurden in ihren Pflegestellen erwartet.

Als erstes möchte ich mich im Namen des gesamten Teams von Pfotenhilfe-Ungarn e.V.i.Gr.nochmals bei Eiltransporte Schumann (Fips wir lieben Dich) bedanken ohne ihn wäre die Tour nicht so schnell möglich gewesen. Der geliehene Transporter wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt und er war super Klasse. Danke Danke Danke

Transporter

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ca. gegen 0.00 Uhr sind wir von Flensburg gestartet wir waren sehr motiviert und noch gar nicht müde (Gott sei Dank). Wir sind also gefahren und gefahren und gefahren alle 2 Stunden war Fahrerwechsel so das jeder sich zwischendurch ausruhen oder mal die Augen schließen konnte. Das ging wirklich gut und wir haben viel Spaß gehabt. Claudia wurde immer lustiger je länger sie nicht geschlafen hatte. Zwischendurch hätten wir sie manchmal gerne an der Raststätte ausgesetzt aber wir sind ja im Tierschutz unterwegs. Da ich diesen Text schreibe kann ich wirklich zu mir nichts Negatives sagen ich war lieb ruhig und brav. Der Fährnis halber werde ich hier erwähnen das ich keine Karte lesen kann darüber gibt es nämlich Videomaterial was es mir schwer macht dieses zu leugnen.

 

Alles in allem sind wir sehr gut durchgekommen und waren am Donnerstagnachmittag in Ungarn beim Tierschutzverein Bubastis. Marina Ruschitzka hat uns in Empfang genommen und uns unser Motel gezeigt. Im Fernsehen wird dort grundsätzlich gemordet.

Danach waren wir bei ihr Zuhause und haben uns die Tiere angesehen. Zur Zeit leben dort 91 Katzen, 3 Hunde ein Schwein und ein Reh und alle laufen zusammen durch den Garten. Unglaublich aber wahr. 5 Hunde waren bei ihr untergebracht die mit uns am Sonntag nach Deutschland reisen sollten. Am Abend waren wir dann doch recht müde, und sind schnell ins Motel und zu Bett. (Wir haben die Nacht überlebt und gut geschlafen)

Claudia

Am nächsten Morgen sind wir mit Marina gestartet um uns die Tötungsstation in Sopron anzusehen in der auch noch ein Wuschelhund sass der uns auf unserer Heimfahrt begleiten sollte. Er war dort nur untergebracht weil bei dem Tierschutzverein Bubastis kein Platz mehr frei war. Geimpft und gechipt war Lolly bereits. Aber es kam anders, wir durften nicht rein und Fotos wurden auch nicht erlaubt. Also haben wir nur schnell den Wuschelhund Lolly mitgenommen, da wir Angst hatten sie würde am nächsten Tag nicht mehr aus der Tötung rauskommen.

Lolly

Nach dem Mittag sind wir Richtung Cegléd gestartet kamen wieder sehr gut durch und waren gegen Abend in der Bungalow Anlage. Die schon in den Berichten von Perrera erwähnt wird und wirklich sehr schön ist. Später trafen dann auch die lieben von Perrera ein. Reiner, Heinz, Inka und Elvira, sie hatten noch Heike dabei als Fahrtbegleitung.

Morgens, nach einer schönen Nacht, sind wir nach Cegléd gefahren ins Tierheim. Elke kannte es ja bereits, aber Claudia und ich waren schon sehr gespannt was uns erwartet.

 

Cegled

Und siehe da es ist schon komisch alles Live zu sehen man erkennt fast alle Hunde die man bisher nur auf Fotos gesehen hat wieder. Wir wurden super nett empfangen. Gastfreundlichkeit wird dort in Ungarn wirklich gross geschrieben. Beim Anblick der Tiere wird einem sehr komisch ums Herz weil man ja weiss, wer mit auf die Reise geht und wer leider noch dort bleiben muss. Es tat mir unendlich leid für die Hunde die noch auf ihren Platz warten müssen und wie ich es schon von vielen Berichten kenne habe auch ich eine ganz liebe süsse und hübsche Hündin in mein Herz geschlossen und ihr versprochen ein ganz tolles Zuhause für sie zu finden.

Calina

Gegen Mittag haben wir uns ein neues Tierheim angesehen was noch Unterstützung gebrauchen kann. Dort trafen wir die Leitung und einen netten Schweizer der super für uns gedolmetscht hat. Wir haben ein wenig verhandelt und sind nun gespannt ob alles so wird wie wir es uns vorstellen. Denn an der medizinischen Versorgung der Tiere hat es dort sehr gemangelt. Einige liefen mit schief zusammen gewachsenen Beinbrüchen, andere schlurten ihr Bein nur noch über den Boden und kaputte Ohren und Beissereien waren an der Tagesordnung. Aber es wurde uns zugesagt daran zu Arbeiten damit unserer Zusammenarbeit nichts im Wege steht und wie gesagt wir sind gespannt. Ganz wichtig auch die Impfungen der Tiere ohne die es überhaupt nicht geht.

Kecskemet

Abends waren wir bei Agnes zum Essen eingeladen dieses soll auch sehr berühmt sein und wir konnten kaum glauben was es alles gab. Ich glaube das waren 4 Gänge, super lecker und pappsatt sind wir zu Bett, da es am nächsten morgen ja um 5.00 Uhr im Tierheim, da es ja mit dem Verladen losgehen sollte. Die Futter und Sachspenden haben wir ja bereits abgeladen und die Transportboxen waren auch schon ordnungsgemäss aufgebaut.

Punkt 5.00 Uhr in Cegléd angekommen ging es auch schon los. Was für ein Gebelle und eine Aufregung unter den Hunden, aber alles war super organisiert und klappte reibungslos. Ein Hund wird genannt aus dem Zwinger geholt, Chip kontrolliert und er darf einsteigen dann kommt der nächste dran wirklich sehr routiniert.

Bei den Tierheimmitarbeitern floss immer wieder eine Träne und die Hunde wurden gedrückt und bekamen noch einen Kuss auf die feuchte Nase. Da musste man sich selbst oft das Heulen verkneifen. Auch beim Abschied gegen 7.00 Uhr war es eine sehr traurige Stimmung es wurde gedrückt und gewunken und natürlich versprochen Fotos von den Hunden zu schicken dann ging es los Richtung Heimat.

Pässe

 

Auch die Rücktour war sehr gut die Übergabezeiten an den Raststätten haben wir super eingehalten. Dank Elkes toller Planung und den Telefonkontakt zu Rosi lief alles reibungslos.

Nur eines haben wir nicht bedacht beim Transport von „Löwin“ Roxana Bernhardinerdame!!! Dabei kann es zu Ausbrüchen kommen mit denen man nicht wirklich rechnet. Es rumpelte und wir beschlossen die nächste Parkmöglichkeit zu nutzen um nachzusehen was passiert ist. Also Seitentür auf und da stand sie, den Kopf durch die Gitterstäbe und es ging nicht vor und nicht zurück. In dem Moment ist der Adrenalinspiegel super angestiegen und wir waren verzweifelt bemüht dieses „Pony“ dort zu befreien. Kurz vor dem Heulen unsererseits haben wir es geschafft die Gitter aufzubiegen. Dieses -wirklich Gott sei Dank - absolut gutmütige Exemplar durfte danach ohne Tür in der Transportbox weiter reisen, anders ging es nicht da diese einen Totalschaden hatte.

 

ganz zuvor
so sollte es sein
Nachher

Nach dem wir uns beruhigt hatten fuhren wir weiter und konnten auch schon wieder darüber lachen. Um ca.  2:30 Uhr haben wir die letzten Fellnasen ausgeladen und sind dann gegen 4.00 Uhr selber todmüde aber glücklich in unsere eigenen Betten gefallen.

Lédis Übergabe

Ich würde diese Tour jederzeit wiederholen es wird bestimmt nicht meine letzte gewesen sein, soviel Emotionen und Eindrücke über das Leben der Hunde in Ungarn kann man anders gar nicht aufnehmen. Ich werde weiter für sie da sein und mein Bestes geben um zu Helfen.

Egal wie viele Menschen da kein Verständnis für haben. So etwas wird man hier in Deutschland niemals sehen und wenn Irgendjemand sagt es geht den Hunden hier schlecht, soll er sich bitte ins Auto setzen und sich mal den Rest der Welt ansehen vor allen Dingen Ungarn.

Sandra02

Sandra Schwensen

X-Stat.de